Wie kann Bancassurance die Anlageperformance verbessern? 1e!


Mit der Änderung der Verordnung über die Berufliche Vorsorge haben sich für Banken attraktive Möglichkeiten in der Vermögensverwaltung eröffnet, um das Kommissionsgeschäft zu stärken.

Für Retailbanken, in der folgenden Grafik¹ an der Summe der Kantonalbanken in der Schweiz illustriert, ist der Anteil des Kommissionsgeschäftes am ordentlichen Ergebnis über das letzte Jahrzehnt um 25 Prozent etwa stabil geblieben. In der gleichen Periode ist die Marge des Zinsgeschäftes, das etwa 60 Prozent des ordentlichen Ergebnisses ausmacht, mit Ausnahme von 2023 gesunken.

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Abbildung 1: Entwicklungstrends der Kantonalbanken

In diesem Umfeld ist es nachvollziehbar, dass Banken nach neuen Wegen suchen, um ihr Kommissionsgeschäft auszubauen und zu verstärken. Eine gute Möglichkeit dazu ist das 1e-Anlagegeschäft, da es zum Kerngeschäft passt.

Was ist eine 1e-Lösung?

Mit Artikel 1e der Verordnung über die Berufliche Vorsorge (BVV 2) wurde die Grundlage geschaffen, dass BVG-Versicherte für Lohnanteile oberhalb einer bestimmten Grenze ihre Anlagestrategie selbst wählen können. Diese Grenze liegt aktuell bei CHF 136'080.-. Das obligatorische BVG reicht momentan bis CHF 90'720.-. Der Bereich dazwischen kann durch eine überobligatorische BVG-Lösung abgedeckt werden.

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Abbildung 2: 1e-Vorsorgelösung als Instrument zur Vorsorgeoptimierung

Der Artikel 1e der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV2) hat den entsprechenden Lösungen den Namen gegeben.

1. Vorteile für Arbeitnehmer

1e-Lösungen bieten Versicherten (Angestellten) interessante Vorteile:

  • Wahlfreiheit bei der Anlagestrategie entsprechend dem individuellen Risikoappetit und dadurch mehr Eigenverantwortung
  • Direkte Verbuchung von Gewinnen und Verlusten, ohne kollektive Wertschwankungsreserven
  • Keine Umverteilung zur Finanzierung von Altersguthaben der Rentner
  • Freiwillige Einkäufe sind möglich, es gilt die BVG-Steuerbehandlung.

Kurzum: Die Anlagestrategie kann selbst gewählt werden und es wird der ganze Anlageertrag gutgeschrieben. Allerdings ist bei der Pensionierung nur die Kapitaloption möglich.

2. Vorteile für Arbeitgeber

Auch Arbeitgeber profitieren von 1e-Lösungen:

  • Attraktive Anstellungsbedingungen für Mitarbeitende, insbesondere bei KMUs auch für Geschäftsinhaber
  • Keine Unterdeckung möglich, somit kein Sanierungsrisiko
  • Für Unternehmen mit IFRS-Bilanzierung gilt 1e als beitragsorientierte Vorsorgelösung (DC), wodurch keine Vorsorgeverpflichtungen verbucht werden müssen

3. Vorteile für Banken

Auch für Banken sind 1e-Lösungen interessant, denn sie erlauben es, einen Teil der Anlagen mit einem Steuerprivileg zu führen. Im Rahmen einer ganzheitlichen Anlageberatung verbessert das die Nach-Steuer-Ergebnisse deutlich. Die Ergebnisse für die Bank sind:

  • Erhöhung der Funds under Management und damit Verstärkung des Kommissionsgeschäftes
  • Verbesserte Kundenbindung und Wertschöpfung durch Cross-Selling
  • Zugang zu neuen Kundengruppen mit attraktivem Angebot
  • Potenzielle Anbindung externer Asset Manager mit zusätzlichen Einlagen und Funds under Management
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Abbildung 3: Vorteile von 1e: win-win-win

Was braucht eine Bank, um 1e-Anlagen anzubieten?

Damit eine Bank 1e-Anlagen anbieten kann, muss sie allerdings die Infrastruktur aufbauen. Dazu gehört:

  • 1e BVG-Beratung zur Einführung eines 1e-Planes für die Kunden
  • Anlageberatung für Destinatäre (Angestellte)
  • Anlage-Produkte und Marketing-Material
  • Verwaltung, einschliesslich Anschluss an eine 1e-Sammelstiftung

Interesse geweckt?

Weitere Details dazu können wir Ihnen gerne vermitteln, wenn Sie sich mit uns in Kontakt setzen.

Quellen:

1. Abbildung 1: Synpulse Datenbank Banken-Geschäftsergebnisse


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