Krypto-Assets: Mit einer neuen Anlageklasse zu mehr Performance


Nur 12 Jahre nach ihrer Entstehung erreichen Kryptowährungen eine Marktkapitalisierung, die etwa einem Zehntel der weltweiten physischen Goldbestände entspricht. Dennoch sind sie bis heute selbst in den modernsten Anlageportfolios kaum vertreten. Synpulse zeigt, warum Banken bei ihren Anlagelösungen künftig nicht mehr auf Krypto-Assets verzichten können und wie ein solches Angebot sicher, effizient und unter Einhaltung aller Vorschriften umgesetzt werden kann.

Kryptowährungen hatten einen holprigen Start, der von Skandalen wie dem Zusammenbruch der Handelsplattform Mt. Gox gezeichnet war. Inzwischen hat der Krypto-Markt jedoch eine beachtliche Reife entwickelt und ist durch regulierte Handelsplätze, Börsen und Broker massentauglich geworden.

Zudem sind innovative Geschäftsmodelle auf Basis der Blockchain-Technologie entstanden. Sogar einige regulierte Banken bieten schon erste Krypto-Services im Zusammenhang mit dem Kauf, der Verwaltung und dem Verkauf von digitalen Assets an. Der Besitz privater Schlüssel und der Handel mit Krypto-Assets sind inzwischen weniger riskant und immer mehr Händler akzeptieren die führenden Kryptowährungen als Zahlungsmittel.

Deshalb haben vor allem institutionelle Anleger mehr Vertrauen in Krypto-Assets aufgebaut und die wachsende Akzeptanz lässt erahnen, welches Potenzial der Krypto-Markt auch jenseits des Währungssegments noch in sich birgt. Auf der anderen Seite wird von den Notenbanken weiterhin physisch nicht gedecktes Papiergeld, sogenanntes Fiatgeld, gedruckt.

Vor diesem Hintergrund nehmen Marktkapitalisierung, Vielfalt und Liquidität des Krypto-Markts zu und viele Krypto-Assets wie z. B. Bitcoin dienen heute mehr als Wertanlage denn als Zahlungsmittel. Diese Entwicklung ist keine Überraschung.

Digitale Knappheit macht Krypto-Assets attraktiv

Gängige Kryptowährungen bzw. «Zahlungs-Token» haben keinen intrinsischen Wert ‒ sie beziehen sich weder auf einen knappen physischen Rohstoff noch gründen sie auf Forderungen gegenüber dem Emittenten, wie es bei klassischem Buchgeld der Fall ist. Auch wenn einige Kryptowährungen Zugangsrechte zu bestimmten Dienstleistungen oder sogar Gütern gewähren, wird ihr Preis immer noch primär vom erwarteten Kursgewinn bestimmt. Dies macht sie sehr schwankungsanfällig gegenüber Fiatwährungen, die gesetzliche Zahlungsmittel darstellen. Durch ihre einzigartigen Eigenschaften und die zugrunde liegende Technologie bergen Krypto-Assets aber auch grosses Potenzial.

Krypto-Assets sind ein knappes digitales Gut. Sie weisen sogar deflationäre Merkmale auf, etwa indem Schlüssel verloren gehen oder Coins «verbrannt» werden. Ihre Knappheit ergibt sich durch den unveränderlichen Computercode, dem jeder Netzwerkteilnehmer unweigerlich unterworfen ist. So wird es beispielsweise nie mehr als 21 Millionen Bitcoin geben und ihre Ausgaberate ist fest vorgegeben. Bitcoin stellt die wichtigste Kryptowährung nach Marktkapitalisierung dar. Und nach der nächsten Blockhalbierung im Jahr 2024 wird deren Menge eine geringere Wachstumsrate als physisches Gold aufweisen.

Kryptowährungen können klassischen Portfolios zu einer überdurchschnittlichen Wertentwicklung verhelfen

Datenanalysen belegen, dass sich ungedeckte Kryptowährungen über die letzten zehn Jahre als eigenständige neue Anlageklasse etabliert haben. Dies macht sie für Anleger als Ergänzung ihrer Portfolios sehr attraktiv.

  • Die Renditen ungedeckter Kryptowährungen sind sehr homogen und eng miteinander verknüpft.
  • Diesem homogenen Verhalten steht eine externe Heterogenität gegenüber: Ungedeckte Kryptowährungen weisen gegenüber traditionellen Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen systematische Renditeabweichungen auf.
  • Langfristige Engagements in Kryptowährungen dürften von Risikoprämien profitieren, die die hohe Volatilität mehr als ausgleichen.

Die Aufnahme von Kryptowährungen in ein gut diversifiziertes Anlageportfolio erhöht somit die Renditeerwartung des Portfolios bzw. könnte bei gleich bleibendem erwarteten Wertzuwachs das Portfoliorisiko senken. Anders ausgedrückt: Der Diversifikationseffekt ist stark genug, um die Effizienzgrenze des Portfolios nach oben zu verschieben bzw. gegenüber einem identischen Portfolio ohne Krypto-Assets auf lange Sicht eine risikobereinigte Outperformance zu erzielen.

Hauptanbieter von Anlagelösungen sind Handelsplattformen und/oder Broker

Klassische Anleger können Krypto-Assets nur über die am Markt verfügbaren Anlagelösungen erwerben und handeln. Obwohl vor allem institutionelle Anleger immer mehr Krypto-Assets nachfragen, bieten bisher nur wenige Banken und Vermögensverwalter Anlageprodukte für diese Anlageklasse an. Und falls doch, werden sie nur selten in Vermögensverwaltungs- oder Beratungsmandaten berücksichtigt.

Die Integration von Krypto-Assets in die Anlagelösungen von Banken und Vermögensverwaltern bietet Letzteren gute Möglichkeiten, zum Beispiel den Netto-Neugeldzufluss, die verwalteten Vermögen und die Gewinnmarge zu steigern:

  • Gewinnung von Neukunden durch ein differenzierteres Anlageangebot
  • Positionierung als moderne und digitale Bank für die junge Generation
  • Chance zur Outperformance der gängigen Benchmarks sowie Zugang zu neuen Finanzlösungen
  • Möglichkeit, für Krypto-Assets im Vergleich zu klassischen Anlagen höhere Depot- und Managementgebühren zu verlangen

Das Potenzial von Krypto-Anlagen ist für Banken besonders attraktiv, weil sie ihre Banklizenz und ihre Kernkompetenzen nutzen und nur noch um die Besonderheiten der Krypto-Assets erweitern müssen.

KRYPTO-ASSETS

Hier erfährst du mehr zu den operativen Fragen im Zusammenhang mit Kryptowährungskonten sowie zu den Erfolgsfaktoren einer Krypto-Initiative

Integration ins bestehende Advisory-Konzept als zentrale Herausforderung

Bevor eine Bank ihren Kunden Krypto-Produkte empfiehlt, sollte sie ein solides Rahmenkonzept dafür schaffen. Wichtige Fragen sind dabei:

  • Bei welchen Anlagestrategien wirkt sich die Aufnahme von Krypto-Produkten positiv aus und welche Kundensegmente wollen wir mit Krypto-Anlagen ansprechen?
  • Wie bewerten und selektieren wir die Krypto-Produkte, die wir unseren Kunden empfehlen?
  • Welche Krypto-Anlage(n) wollen wir anbieten?
  • Welche kundenseitigen Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um den Kunden Krypto-Produkte empfehlen zu können?

Um Krypto-Assets zu verstehen, muss man neben ihrer Struktur auch ihre vielfältigen Risiken durchschauen. Sie sind höchst schwankungsanfällig und Anleger können einen Totalverlust ihres eingesetzten Kapitals erleiden. Deshalb müssen Banken besondere Kompetenzen aufbauen, um die Dynamik des Krypto-Markts und seine Risiken zu verstehen. Hilfreich ist dabei eine enge Zusammenarbeit zwischen Investment-Office und Front-Office, um die Kundenberater stets auf dem Laufenden zu halten.

Bei sorgfältiger Auswahl bieten Krypto-Assets attraktive Vorteile. Auf Basis von Analysen mit gängigen Optimierungsmodellen kann die Ergänzung eines Portfolios um bis zu 10 % Kryptowährungen dazu beitragen, bei vorgegebener Risikopräferenz das Risiko- und Renditeprofil zu verbessern.

Eckpfeiler eines entsprechenden Konzepts sind eine fundierte Analyse der verfügbaren Krypto-Produkte, die sorgfältige Auswahl der Kundenzielgruppe sowie eine gründliche Aufklärung der Kunden. Auf dieser Grundlage können Krypto-Produkte erfolgreich ins Beratungsangebot integriert werden.

Wenn das Konzept einmal vorliegt, können auch Kunden, die reine Ausführungsaufträge erteilen (Execution Only), das Potenzial dieser Anlageklasse nutzen. Zudem kann die Bank erwägen, die empfohlenen Krypto-Produkte auch in die Vermögensverwaltungsmandate zu übernehmen.

Die Integration in die technische Infrastruktur der Bank ist wichtig, um Risiken zu mindern, und kann sich als strategisch wertvoll erweisen

Krypto-Assets unterliegen aufgrund der technologischen Rahmenbedingungen ganz speziellen Risiken. Ein beträchtliches Gegenparteirisiko besteht etwa darin, dass Schlüssel, die nicht im Besitz der Bank selbst sind, verloren gehen und das Institut oder Sie den Zugriff auf Vermögenswerte verlieren. Dies kann durch technische Fehler, Backup-Pannen am Speicherort oder menschliches Versagen leicht passieren.

Unserer Erfahrung nach sollte eine Bank deshalb genau überlegen, wie sie die Krypto-Anlagen im Einzelnen in ihr Serviceangebot einbettet. Es gibt dafür mehrere Möglichkeiten, die besonders im Hinblick auf die strategischen Ziele und das künftige Betriebsmodell der Bank sorgfältig abzuwägen sind. So können die Banken zum Beispiel

  • Kunden eine eigene integrierte Schlüsselverwaltung anbieten, über welche sie ihre Kryptowährungen direkt bei der Bank aufbewahren und handeln. Mit dieser Lösung ist die Bank für die Zukunft gerüstet.
  • Kryptowährungen über börsennotierte und physisch gedeckte Anlagefonds anbieten (z. B. im Rahmen von Vermögensverwaltungs- oder Beratungsmandaten).
  • In strukturierte Produkte investieren, welche die Kursentwicklung der zugrunde liegenden Kryptowährungen abbilden.

Jede dieser Optionen ist mit eigenen Vor- und Nachteilen verbunden. Zudem bestehen unterschiedlich hohe Umsetzungshürden, weil einige Optionen aufsichtsrechtlich zu genehmigen sind. Unserer Erfahrung nach ist die Umsetzung auf jeden Fall an weitere Produktangebote anzupassen, deren Umsetzung die Bank ebenfalls plant. Im Idealfall kann ein Service für mehrere Angebote gleichzeitig genutzt werden.

Drei Erfolgsfaktoren für neue Krypto-Produktangebote

Aufgrund unserer Beobachtungen haben wir folgende Faktoren identifiziert, die für eine erfolgreiche Krypto-Initiative entscheidend sind:

  • Direkt zu Beginn der Initiative müssen die Unternehmensspitze sowie alle Projektmanager und Anlage- bzw. Kundenberater geschult werden. Nur wenn sie die Grundlagen der Blockchain-Technologie und Krypto-Assets verstehen, können sie die Chancen und Risiken dieser Anlageprodukte beurteilen.
  • Eine Bank sollte sich bei ihrer Lösung an ihren bestehenden Prozessen orientieren. Auch wenn Kryptowährungen auf einer neuen Technologie basieren und viele neue Eigenschaften haben, benötigen sie ein weitgehend ähnliches Serviceumfeld. Die Prozesse sind allerdings an die aufsichtsrechtlichen Vorschriften und die speziellen Anforderungen der neuen Anlageklasse anzupassen.
  • Die Bank sollte einen klaren Standpunkt zu Kryptowährungen haben und muss sicherstellen, dass sie ihre Kunden gut über Chancen und Risiken der neuen Anlageklasse aufklärt.

Wenn sich Banken mit den genannten Herausforderungen gründlich auseinandersetzen, können sie gemäss unserer Erfahrung das Marktsegment der Krypto-Assets und -Services erfolgreich erschliessen. Dies kann heute noch ein Wettbewerbsvorteil für sie sein, mit dem sie neue Kunden anlocken. Für die Zukunft scheint es jedoch zwingend, dass jede Bank ihren Kunden Zugang zu dieser neuen Anlageklasse bietet.

Synpulse kann Sie dank langjähriger Beratungserfahrung bei jedem Schritt auf diesem Weg unterstützen – von der Schulung über die Validierung des «Market-Fits» bis zur Integration und Umsetzung des Betriebsmodells.

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